Mindestens ein Drittel der Zeit ist für eigenes Ausprobieren reserviert.
Diese Fragen beantworten wir heute
Was sind Open Data, und warum werden sie veröffentlicht?
Wie helfen KI-Werkzeuge beim Verstehen und Auswerten von Daten?
Wie unterstützt KI beim Schreiben von Code? (Vibe Coding)
Plus: Daten recherchieren · analysieren & visualisieren · für eigene Projekte einsetzen.
Spielregeln
Keine Vorkenntnisse nötig: keine Programmierung, keine Installation.
Alles läuft im Browser, mit frei verfügbaren Werkzeugen.
Laptop hilft, ist aber nicht zwingend: zuschauen geht auch.
Fragen jederzeit: keine Frage ist zu einfach.
Reale Daten, realer Nutzen: wir arbeiten mit echten Daten der Stadt Würzburg.
WLAN-Zugang, Beamer und Steckdosen stellt die Smarte Region.
WLAN: Netz „Stadt.Land.Gast" · Passwort „stadt land smart macht Laune"
Block 1 · 16:00–16:30
Grundlagen: KI-Werkzeuge verstehen
Kontext: Wie „denkt" eine KI?
Die Werkzeuge im Überblick
Chat / Analyse
ChatGPT (OpenAI)
Claude (Anthropic)
Microsoft Copilot
NotebookLM (Google): eigene Dokumente/Daten befragen, Audio-Overview
Apps bauen (No-Code)
Lovable: App aus Beschreibung
Vergleichbar: Bolt, v0, replit
Heute brauchst du nur einen Browser und kostenlose Zugänge.
Gutes Prompting: in der Praxis
Kontext mitgeben: Daten einfügen oder Datei hochladen.
Schritt für Schritt: große Aufgabe in kleine zerlegen.
Format vorgeben: „als Tabelle", „als Diagramm", „in drei Sätzen".
Nachfassen: Ergebnis verfeinern statt von vorn beginnen.
Live: Wir stellen gemeinsam eine einfache Frage an die KI
und bewerten das Ergebnis.
Beispielprompts zum Kopieren
„Mache eine EDA (explorative Datenanalyse) für diesen Datensatz: <CSV/Link einfügen>. Was fällt auf, welche Spalten sind brauchbar, wo sind Lücken?"„Hier ist das Würzburger Baumkataster als CSV. Welche Baumarten sind am häufigsten? Gib mir ein Balkendiagramm der Top 10."„Diese Bodenfeuchte-Werte werden ab 2021 negativ. Ist das physikalisch plausibel, oder driftet der Sensor? Markiere verdächtige Zeilen."„Bei diesem Hitze-Forecast (35/33/34/36/37/39 °C): welche Gegend wird zuerst kritisch trocken, und was schreibe ich der Gießkolonne?"
Tipp: Datensatz oder Link immer mitgeben und das Ausgabeformat vorgeben. Diese Prompts liegen auch im Handout.
Kosten, Datenschutz & Risiken
Kosten
Viele Werkzeuge: kostenlose Basis.
Bezahlversionen: mehr Leistung/Limits.
Datenschutz
Keine personenbezogenen / sensiblen Daten eingeben.
Open Data ist unbedenklich, dafür gemacht.
Typische Fehlerquellen
Halluzinationen: erfundene Fakten.
Veraltete Daten: Wissensstand begrenzt.
Fehlende Quellen: immer prüfen.
Was KI kann: zusammenfassen, strukturieren, Code-Entwürfe.
Was nicht: garantiert korrekt sein, eigenständig verantworten.
Block 2 · 16:30–17:10
Open Data und KI verbinden
Was sind Open Data, und warum veröffentlicht?
Open Data = öffentliche Daten, die frei, kostenlos und maschinenlesbar
zur Verfügung stehen, zur freien Weiterverwendung.
Warum veröffentlicht die Stadt sie?
Transparenz gegenüber Bürgerinnen und Bürgern.
Teilhabe & Innovation: Vereine, Initiativen, Unternehmen bauen Neues.
Effizienz: einmal veröffentlicht, vielfach genutzt.
Daten herunterladen (CSV/JSON) oder Link/API nutzen.
In den KI-Chat einfügen oder als Datei hochladen.
Wie KI beim Verstehen & Auswerten hilft
Erklären: „Was bedeutet diese Spalte?" KI ordnet Rohdaten ein.
Zusammenfassen: große Tabellen auf das Wesentliche bringen.
Auswerten: Muster, Ausreißer, Vergleiche finden lassen.
Visualisieren: Diagramme aus Daten erzeugen, ohne Excel-Formeln.
Leitfrage 2: KI macht den Zugang zu Daten einfacher, auch ohne technisches Vorwissen.
ECHTES BEISPIEL · ECHTE WÜRZBURG-DATEN
Welcher Stadtbaum verdurstet zuerst?
Stefan vom Gartenamt hat in der Hitzewelle
nicht genug Tankwagen, um alle Bäume zu gießen.
Seine Frage an die offenen Daten: Welche Gegend wird zuerst kritisch,
wohin schicke ich die knappe Gießkolonne?
Forecast Würzburg: 6 heiße Tage bis 39 °C (Sa 27.06).
Wir lösen das jetzt Schritt für Schritt mit Open Data + KI.
Schritt 1: Wann hatten wir überhaupt gute Daten?
Beste Hitzewellen-Daten 2018–2020, Höhepunkt Juli 2019 (38,3 °C).
Schritt 2: Aha, Daten ≠ nutzbare Daten
Der Forschungssensor driftet ab 2021 ins Negative, physikalisch unmöglich.
Lektion: KI muss Open Data prüfen, nicht blind glauben.
Schritt 3: Die Realität heute, ein fast blindes Netz
Nur noch 2 aktive Sensoren, aber sauberes Signal: die Aufladung
am 10.–11.06. (+3–5 % durch Regen/Gießen) ist klar sichtbar.
Schritt 4: Die Prognose fürs Hitze-Wochenende
Ein einfaches, erklärbares Modell projiziert: beide Bäume bleiben
über der Stress-Schwelle, der Regen am So/Mo lädt sie wieder auf.
Schritt 5: Der Nutzen, Triage statt Bauchgefühl
Die KI rangiert die Gegenden: wo es am trockensten startet, fährt der Tankwagen zuerst hin.
Schritt 6: Ehrlich bleiben, auch das gehört dazu
Wichtig: Der Saftfluss korreliert in den Daten nicht
mit der Temperatur (r≈0). Der Hitze-Faktor im Modell ist eine transparente Annahme,
keine bewiesene Tatsache. Genau das muss man bei KI-Ergebnissen dazusagen.
Prompt: „Hier die Live-Bodenfeuchte. Bei diesem Forecast
(35/33/34/36/37/39 °C): welche Gegend wird zuerst kritisch, und was schreibe ich der Gießkolonne?"
Das kann das Portal-Dashboard nicht: rangieren, entscheiden, in Klartext erklären.
Wie KI beim Coden hilft: „Vibe Coding"
Du beschreibst in normaler Sprache, was die Anwendung tun soll.
Die KI schreibt den Code, du prüfst und verfeinerst per Folgeanweisung.
Mit Lovable entsteht aus der Beschreibung eine lauffähige Web-App.
Kein Vorwissen in Programmiersprachen nötig: Iteration statt Perfektion.
Leitfrage 3: So wird aus einer Idee mit offenen Daten eine kleine Anwendung.